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Streifenlook

Seit Tagen ist Hamburg in freudloses Einheitsgrau getaucht. Dass jemand über Nacht einen Hauch Puderzucker darüber gestäubt hat, macht es nicht wirklich besser: Das Grau ist einfach eine Nuance heller geworden. Ich krame in Bildern aus der vergangenen Woche.

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Da waren Himmel und Wasser auch oft bedeckt.

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Aber sie hatten Struktur. Und Farbe.

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Four seasons in two days

Zwei Tage Interview-Marathon an der Ostsee liegen hinter mir. Zwischendurch bestand immer mal Gelegenheit zu einem Spaziergang am Wasser. Mal dösten Meer und Strand diesig und still vor sich hin. Dann wieder strahlte die Sonne, dass es eine Freude war.

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Solange, bis es einer steifen Brise gefiel, Wellen, Spaziergänger und Hunde vor sich her zu treiben und das gerade noch friedliche Blau zu bedrohlichen Formationen zusammen zu schieben, aus denen nur Augenblicke später eisiger Regen peitschte.

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Der aber ebenso unvermittelt auch wieder aufhörte und diesem ganz besonderen Licht Platz machte… Einem Baumgeist bin ich außerdem noch begegnet. – Und die Gespräche? Waren ähnlich bewegt und bewegend. Schönes Arbeiten!

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Möwe, ungerührt

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Mir ist natürlich bewusst, dass ein Sonnenuntergang kein Mondschein ist und eine Möwe nur begrenzt mit einem Pferd vergleichbar. Dennoch musste ich beim Anblick des vorübergehend belebten Denkmals am Hamburger Stadtpark-See an ein japanisches Haiku denken, in dem Mond und Pferd tragende Rollen spielen. Den genauen Wortlaut kriege ich nicht mehr zusammen, aber es endete in etwa so: Ich schaute verzückt in den Mond. Mein Pferd fraß unterdessen Gras. Am See nun zeigte sich eine Möwe gänzlich unbeeindruckt vom Naturschauspiel um sie herum. Dass das Denkmal halb Mensch (oben), halb Pferd (unten) ist, sei der Vollständigkeit halber erwähnt, spielt hier aber keine Rolle. Ich habe deshalb auch nur die obere Hälfte fotografiert.

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Werbewirksam

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Werbung kann furchtbar dumm sein. Oder sterbenslangweilig. Aber es gibt auch richtige Eyecatcher. Wie am Eingang zu Hamburgs berüchtigter Herbertstraße. Oder besser: an der Absperrung davor. „Zutritt für Jugendliche unter 18 Jahren und Frauen verboten“ steht dort, zur Sicherheit auch gleich noch auf Englisch. Und dazwischen Zigarettenreklame: „Es gibt Spannenderes als Werbung.“ Wie wahr!

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In der nur 60 Meter kurzen Straße auf St. Pauli wird seit dem 19. Jahrhundert das älteste Gewerbe der Welt ausgeübt. Prostitutierte hocken in Schaufenstern und sprechen durch die geöffneten Fenster potenzielle Freier an. Schon 1933 wurden an beiden Enden der Herbertstraße Sichtblenden errichtet. Striptease und Prostitution waren unter den Nazis verboten. Da sich das auf St. Pauli aber nicht wirklich durchsetzen ließ, duldete man die Tätigkeiten in einer Gasse – und versuchte gleichzeitig zu verbergen, was eigentlich nicht sein durfte. Juristisch ist die Herbertstraße natürlich ein öffentlicher Weg und darf von jedermann betreten werden…