Und dann habe ich sie mir geschnappt, sagte Herr W. und grinste. Frau W. strich ihrem Mann leicht über den Handrücken. Der Junge aus dem vornehmen Harvestehude. Und das Mädchen aus dem Arbeiterviertel Hammerbrook. Kriegskinder alle beide.
Hand in Hand saßen sie auf der weißen Bank, die Köpfe mit den schwarzen Hüten synchron auf das Gebäude gegenüber gerichtet, den Hackenporsche mit den Einkäufen vor sich im Kies. Ein Bild, so wunderbar aus der Zeit gefallen, dass ich sie einfach ansprechen musste.
Gegenüber, da haben sie gewohnt. Nicht in dem Neubau, sondern in dem kleinen Haus, das früher dort stand. Die erste eigene Bude, unterm Dach juchhe, das Klo auf halber Treppe. Ein Bad hatten sie damals nicht, das gab es erst in der dritten Wohnung, 14 Jahre später.
Ihrem, meinem Stadtteil sind sie treu geblieben. Seit mehr als 55 Jahren.
