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Der Himmel so weit

P1060438Knallblauer Himmel, Sonne, Schäfchenwolken. Ein Wetter, um Helden zu zeugen, hätte meine Oma gesagt. Allerdings wohl besser nicht im Freien. Nachts hatte es den ersten Bodenfrost gegeben. Minus drei Grad. Mein Fahrrad hinterließ noch am mittleren Vormittag eine deutliche Spur im Raureif auf den Holzbohlen durch die Spreeaue nördlich von Lübbenau, und ich war dankbar für dicke Jacke und Handschuhe.

P1060451Später auf dem Weg nach Schlepzig, der „Perle des Unterspreewalds“, zwischen Spree und den Teichen der Peitzer Edelfisch Handelsgesellschaft, war es überraschend warm genug für ein Picknick im Freien. Helden zu zeugen wäre auch möglich gewesen, denke ich, ich habe es nicht ausprobiert.

P1060453Bin stattdessen immer weiter geradelt. Bis zur Dorfkirche von Schlepzig, in der der Organist gerade für den nächsten Gottesdienst übte. Ich setzte mich in eine der Bänke und staunte. Da hatte einer genau das an die Decke gemalt, was ich den Tag über gesehen hatte (und auf dem Rückweg noch zu sehen bekam).

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Der Sommer war sehr groß

P1040138„Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.

P1050080DSC_1347Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,

P1050300P1030926dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.“

P1040055Der Sommer ist zu Ende. Unverkennbar. Eine letzte Beschwörung will ich noch wagen – mit Bildern von warmen Tagen und ein paar Zeilen aus Rilkes „Herbsttag“.

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Entschädigung

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Eigentlich hatte ich ein paar Tage mit Freunden durch Ostdeutschland radeln wollen, mich dann aber an den Schreibtisch „gekettet“, weil der Wetterbericht dauerhaft anthrazitfarbenen Himmel prophezeite. Die Freunde vermeldeten inzwischen die zweite trockene Tagesetappe, und auch ich sah Licht und viele Farben – vom Schreibtisch aus.

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Mal Regen, mal Sonne

P1050481„Das wird gleich besser!“ Die ältere Dame, die mitsamt Schirm Schutz unter einem Baum gesucht hatte, lächelte mir herzlich zu. „Ja“, sagte ich. „Und wenn nicht, ist das auch nicht so schlimm. Hier ist es immer schön.“ Sie nickte, und ich ging weiter.

P1050519Als ich die kleine Birkenallee erreichte, brach die Sonne durch die Zweige. Nur Momente später hatten die Wolken sie schon wieder geschluckt. Schauer, Sonne, Wolken, Schauer…

P1050630„Nichts ist so beständig wie der Wandel.“ Wo würde das augenfälliger als hier im Moor.

P1050607 P1050667 P1050585 P1050565Auf halber Strecke kommt mir die ältere Dame mit ihrem Mann entgegen. „Schön, nicht?“, sagt sie. „Vielleicht ein bisschen melancholisch“, findet er, „jetzt noch so richtig flirrende Sonne über der Heide, das wäre toll.“ „Ach“, sagt sie, „ich glaube, die Dame findet es genau richtig so heute.“

P1050609Ein Spätsommernachmittag im Pietzmoor in der Lüneburger Heide.