
Weihnachtsbesuch in der Kleinstadt. In dem backsteinernen Gebäude an der Stirnseite habe ich vor Urzeiten mein journalistisches Volontariat absolviert. Gleich dahinter lag meine erste eigene „Bude“, ein möbliertes Zimmer über einer Wäscherei. So fühlte sich damals Heimat an. Ohne die weihnachtliche Deko natürlich.
Und heute? Stellt sich dieses Gefühl von Zuhause am verlässlichsten ein, wenn ich mit der Bahn aus Richtung Süden kommend zwischen Außenalster und Binnenalster hindurchfahre. Der Hamburger Hauptbahnhopf liegt hinter mir, gleich werde ich am Dammtor aussteigen. Und vorher das immer gleiche Ritual: ein langer weiter Blick nach rechts über die Außenalster, dann noch ein schneller nach links, bevor das Rathaus nicht mehr zu sehen ist, Sachen zusammenraffen und raus.

Neulich erzählte ich jemandem von diesem spezifischen Kennedy-und-Lombardsbrücken-Gefühl. Ja, sagte der nur. Und eine ganze Weile später: Er hätte sich auch schon gefragt, ob diejenigen, die am Hauptbahnhof aussteigen, wohl überhaupt in Hamburg ankommen…
