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Winter-Waisen II

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Still und starr ruht der Stadtparksee. Das Naturbad ist ebenso geschlossen wie der wahrscheinlich schönste Biergarten Hamburgs, jedenfalls der mit dem spektakulärsten Blick auf das Planetarium bei Sonnenuntergang.

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P1000760Gesperrt ist auch der Zugang zur „Liebesinsel“, einem meiner liebsten Freiluft-Leseorte. Um draußen zu schmökern ist die frische Luft allerdings ohnehin ein bisschen frisch.

Nur einem steinernen Hund ist es  gelungen, sich durch das Gitter zu zwängen. Wie hat er es bloß geschafft sich selbst anzuleinen?

 

 

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Streifenlook

Seit Tagen ist Hamburg in freudloses Einheitsgrau getaucht. Dass jemand über Nacht einen Hauch Puderzucker darüber gestäubt hat, macht es nicht wirklich besser: Das Grau ist einfach eine Nuance heller geworden. Ich krame in Bildern aus der vergangenen Woche.

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Da waren Himmel und Wasser auch oft bedeckt.

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Aber sie hatten Struktur. Und Farbe.

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Möwe, ungerührt

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Mir ist natürlich bewusst, dass ein Sonnenuntergang kein Mondschein ist und eine Möwe nur begrenzt mit einem Pferd vergleichbar. Dennoch musste ich beim Anblick des vorübergehend belebten Denkmals am Hamburger Stadtpark-See an ein japanisches Haiku denken, in dem Mond und Pferd tragende Rollen spielen. Den genauen Wortlaut kriege ich nicht mehr zusammen, aber es endete in etwa so: Ich schaute verzückt in den Mond. Mein Pferd fraß unterdessen Gras. Am See nun zeigte sich eine Möwe gänzlich unbeeindruckt vom Naturschauspiel um sie herum. Dass das Denkmal halb Mensch (oben), halb Pferd (unten) ist, sei der Vollständigkeit halber erwähnt, spielt hier aber keine Rolle. Ich habe deshalb auch nur die obere Hälfte fotografiert.

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Werbewirksam

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Werbung kann furchtbar dumm sein. Oder sterbenslangweilig. Aber es gibt auch richtige Eyecatcher. Wie am Eingang zu Hamburgs berüchtigter Herbertstraße. Oder besser: an der Absperrung davor. „Zutritt für Jugendliche unter 18 Jahren und Frauen verboten“ steht dort, zur Sicherheit auch gleich noch auf Englisch. Und dazwischen Zigarettenreklame: „Es gibt Spannenderes als Werbung.“ Wie wahr!

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In der nur 60 Meter kurzen Straße auf St. Pauli wird seit dem 19. Jahrhundert das älteste Gewerbe der Welt ausgeübt. Prostitutierte hocken in Schaufenstern und sprechen durch die geöffneten Fenster potenzielle Freier an. Schon 1933 wurden an beiden Enden der Herbertstraße Sichtblenden errichtet. Striptease und Prostitution waren unter den Nazis verboten. Da sich das auf St. Pauli aber nicht wirklich durchsetzen ließ, duldete man die Tätigkeiten in einer Gasse – und versuchte gleichzeitig zu verbergen, was eigentlich nicht sein durfte. Juristisch ist die Herbertstraße natürlich ein öffentlicher Weg und darf von jedermann betreten werden…

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Am Wasser zuhause

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Weihnachtsbesuch in der Kleinstadt. In dem backsteinernen Gebäude an der Stirnseite habe ich vor Urzeiten mein journalistisches Volontariat absolviert. Gleich dahinter lag meine erste eigene „Bude“, ein möbliertes Zimmer über einer Wäscherei. So fühlte sich damals Heimat an. Ohne die weihnachtliche Deko natürlich.

Und heute? Stellt sich dieses Gefühl von Zuhause am verlässlichsten ein, wenn ich mit der Bahn aus Richtung Süden kommend zwischen Außenalster und Binnenalster hindurchfahre. Der Hamburger Hauptbahnhopf liegt hinter mir, gleich werde ich am Dammtor aussteigen. Und vorher das immer gleiche Ritual: ein langer weiter Blick nach rechts über die Außenalster, dann noch ein schneller nach links, bevor das Rathaus nicht mehr zu sehen ist, Sachen zusammenraffen und raus.

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Neulich erzählte ich jemandem von diesem spezifischen Kennedy-und-Lombardsbrücken-Gefühl. Ja, sagte der nur. Und eine ganze Weile später: Er hätte sich auch schon gefragt, ob diejenigen, die am Hauptbahnhof aussteigen, wohl überhaupt in Hamburg ankommen…

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