
Mecklenburg-Vorpommern ist neben Brandenburg das alleenreichste Bundesland. Irgendwer hat mal ausgerechnet, dass die Baumreihen hintereinander gepflanzt von Lissabon bis Moskau reichen würden. Was für eine fantastische Reise das wäre!

Eine ganz besondere Allee schmiegt sich am Rand der Kleinstadt Klütz zwischen Wismar und Lübeck in die Feldmark. Sie verbindet das barocke Schloss Bothmer mit dem Nachbarort Hofzumfelde auf der anderen Hügelseite. Von weitem meint man, zweiköpfige Weiden zu erkennen. Tatsächlich handelt es sich um eine Reihe holländischer Linden, deren Stämme einst gespalten worden waren, so dass sich daraus jeweils zwei Kronen entwickelten.

Die seitlich sprießenden Äste und Zweige wurden so geschnitten, dass es aussieht, als würden sich die Bäume gegenseitig an den Händen fassen. Oder wie eine lange Girlande. So kam es zu dem Namen Festonallee.

Die Allee wird zeitgleich mit dem Bau des Schlosses angepflanzt worden sein. 72 Bäume waren es ursprünglich, inzwischen fehlen ein paar. Bewusst wurde der Weg durch den Hügel südlich des Schlosses geschnitten und so als Hauptzufahrt inszeniert. Kommt man von Hofzumfelde, ist zunächst nur das Giebeldreieck über dem Hauptgebäude des Schlosses sichtbar. Im weiteren Verlauf des Hohlwegs ist das Hauptgebäude immer mehr und schließlich in voller Höhe zu erkennen. Erst am Ende gibt die Allee den Blick auf den Ehrenhof der Schlossanlage frei.






























