Die Welt tötet uns durch Betriebsamkeit, die Wüste belebt uns durch Stille.
Ibrahim al-Koni: Meine Wüste
Unser Blick beruhigt sich an den einfachen Formen von Sand, Felsen und Himmel. Wir durchwandern einen Raum, dessen karge Einfachheit mit keinem der uns vertrauten Lebensräume vergleichbar ist. Nichts, was den Blick ablenkt, keine flackernden Bilder, keine hektisch wechselnden Szenarien, niemand, der etwas von uns fordert, außer wir von uns selbst. Nur das grell strahlende Blau des Himmels über uns, nur Sand oder Stein unter unseren Füßen. Nur die gleichförmige Weite, deren überwältigende Schönheit in ihrer Einfachheit begründet ist. Eine Einfachheit, deren Erhabenheit uns in staunendes Schweigen versetzt. Und unser Schweigen entspricht dem Atem der Wüste. Die Stille umfängt uns – anfangs vielleicht bedrohlich, dann aber sickert sie ein in unsere Seele und lässt sie schließlich im Gleichklang schwingen mit der Weite und Ruhe der Landschaft.
Jürgen Werner: Wüstenwandern
Vollkommenheit entsteht so offensichtlich nicht dann, wenn man nichts mehr hinzuzufügen hat, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann.
Antoine de Saint-Exupéry: Wind, Sand und Sterne
Kein Mensch kann in der Wüste leben und davon unberührt bleiben. Er wird fortan, wenn vielleicht auch kaum merklich, das Zeichen der Wüste, das Zeichen des Nomaden tragen; und er wird immer, je nach Veranlagung, leises oder brennendes Heimweh nach jenem Leben verspüren. Denn dieses unerbittliche Land übt einen Zauber aus, dem ein gemäßigtes Klima nichts entgegenzusetzen hat.
Wilfred Thesinger: Die Brunnen der Wüste
Für die Grübler in den Städten ist der Drang in die Öde stets unwiderstehlich gewesen, wohl nicht, weil sie dort Gott fanden, sondern weil sie in der Einsamkeit mit größerer Klarheit die lebendige Stimme hörten, die sie in sich trugen.
T.E. Lawrence: Die sieben Säulen der Weisheit
Von Zeit zu Zeit braucht jeder Mensch ein Stück Wüste.
Sven Hedin: Durch Asiens Wüsten
und weil einem in der wüste nichts gehört, gehört einem alles.
otl aicher: gehen in der wüste

Was für eine schöne Sammlung von Bildern und Zitaten, liebe Maren. Jetzt bereue ich es gleich noch mehr, dass wir es auf unserer ersten Stippvisite in Dubai noch nicht in die Wüste geschafft haben. Aber zum Glück gibt’s ja auf lange Sicht mehr Gelegenheiten 🙂 Herzliche Grüße und ein schönes neues Jahr, Peggy
Liebe Peggy, das ist tatsächlich etwas, worum ich dich beneide: dass ihr die Wüste demnächst quasi vor der Haustür habt. Ich hoffe, ihr habt schon den ein oder anderen Ort entdeckt, an dem ihr eure „Zelte“ aufschlagen wollt. Was für eine Veränderung! Möge 2017 glücklich werden!
Wow, das sind betörende Wüstenbilder, Maren! Die offene Weite öffnet und verführt. Die Zitate gefallen mir ebenfalls sehr gut.
Danke, Dina, als Wüstenverführerin betätige ich mich besonders gern. Aber entscheide klug, ob du folgen willst. Von dieser Droge kommst du womöglich nie mehr los. 🙂
Diese Orange-Schattierungen, diese Orange-Blau Kontraste und diese Kamele samt Schatten ….. Zwar mag ich Wasserlandschaften lieber als Sandlandschaften, aber dieser besonderen kargen, orangen Schönheit kann ich mich auch nicht entziehen. Warst du wieder einmal auf Reisen ?
Freut mich sehr, dass du auch am Sandmeer Gefallen findest, Myriade. Und die Farben… ach! Zum Malen schön. Die Vorlagen findest du in Südmarokko.
Aha, Sahara pur …. Gibts dort nicht auch jede Menge Felszeichnungen zu sehen ?
Wir haben auf unserer Wanderung keine Felszeichnungen gesehen. Man findet sie, soweit ich weiß, weiter nördlich im Saharaatlas, der die Grenze zur Wüste bildet.
Eine Ansammlung unglaublich intensiver und eindringlicher Bilder und Zitate. Sieht nach einer sehr gelungenen Reise aus.
Liebe Grüße
Christiane
Und wie gelungen, Christiane! Ich könnte mich sofort auf das nächste Dromedar setzen und wieder losziehen in die unendliche Weite. Na, davon erzähle ich im nächsten Post…
Eine gelungene Kombination von Fotos und Zitaten. Die Wüste muss unglaublich sein!
Ja, ganz unglaublich, Susanne, vor allem unglaublich berührend.
zwei daumen, sieben sterne!
marens wüste ist wunder!
Dank dir schön für die Sterne, liebe Pega. Da leuchtet gleich der nächtliche Himmel über der Wüste auf und ich schaue und schaue, bis der sichelförmige Mond ganz langsam hinter den Dünen verschwunden ist.
„Vollkommenheit entsteht so offensichtlich nicht dann, wenn man nichts mehr hinzuzufügen hat, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann.
Antoine de Saint-Exupéry: Wind, Sand und Sterne“
Die anderen Bilder und Texte sind auch klasse. Dieses hier hat mir am besten gefallen.
Wie schön, Mick. Die Wüste ist wirklich ein wunderbarer Lehrmeister.
Ich habe mich schon die ganze Zeit auf Deine Bilder von der Reise gefreut … und bin jetzt sehr überwältigt. Wie wunderschön! Schön, dass du es mit uns teilst – den von Zeit zu Zeit braucht auch jeder von uns ein Stückchen Wüste.
Ich hoffe, Du hattest eine meditative Reise und kannst die Sandkörner noch ein Weilchen mit durch Hamburg tragen…
Liebe Grüße Birgit
Danke für deine guten Wünsche und die Freude am gedanklichen Mitreisen, liebe Birgit. Bilder und Eindrücke zu teilen, trägt gewiss dazu bei, dass die Sandkörner nicht gleich wieder vom Hamburger Schmuddelwetter davongeschwemmt werden. Die segensreiche Wirkung der Wüste hat sich übrigens sogar bis nach Irland herumgesprochen, woher dieses schöne Gebet stammt:
„Die ewige Liebe segne dich.
Sie erfülle deine Füße mit Tanz
und deine Arme mit Kraft.
Sie erfülle dein Herz mit Zärtlichkeit
und deine Augen mit Lachen.
Sie erfülle deine Ohren mit Musik
und deine Nase mit Wohlgerüchen.
Sie erfülle deinen Mund mit Jubel
und dein Herz mit Freude.
Sie schenke dir immer neu die Gnade der Wüste.
Stille, frisches Wasser und neue Hoffnung.
Sie gebe uns allen neu die Kraft,
der Hoffnung ein Gesicht zu geben.
Es segne dich die ewige Liebe.“
Was für ein schöner Segensspruch! Danke, Maren … kann ich gerade sehr gut gebrauchen.
Liebe Maren, Dein BlogPost kommt genau zur rechten Zeit. Deine Wüsten-Stücke geben mir Wärme unter meinem Fell, das in diesen eisigen Zeiten nicht so recht gegen die Kälte ankommen mag. Mal wieder ganz grandiose Bilder. Und so schön gewählte Worte mit dabei. DANKE! LG, Monni
Da kannst du dich aber freuen, dass ich Sonnenbilder gepostet habe und nicht welche vom wunderschönen aber klirrkalten nächtlichen Sternenhimmel, liebe Monni. 🙂
Traumhaft schön, liebe Maren, die Bilder und die Worte. Nur das Schauen und Lesen berührt schon. Lieben Dank und liebe Grüße, Ulrike
Schön, dass du dich berühren lässt, Ulrike. Liebe Grüße zu dir an die Waterkant!
damit hast du mich gerade voll erwischt!!!! Ich liebe Wüsten! Mein Entschluss, dieses Jahr endlich wieder in die Wüste zu fahren, wurde eben verfestigt 😉
Aus welchen Wüsten stammen die Bilder?
Ich rate zu, Ilona, ich rate unbedingt zu. Die Bilder sind in der Sahara entstanden, im Süden Marokkos.
ah, da war ich sogar schon mal 😉
Letztes Jahr war eigentlich Tunesien geplant, kam aber nicht zustande 😦 Dieses Jahr geh ich das Thema Wüste dann wohl noch mal an
Ich liebe Wüsten – Danke für die Bilder.
Es ist mir ein Vergnügen.
Liebe Maren, in der Wüste als warst du und ich muss jetzt aufpassen nicht allzu neidisch zu werden 😉
wunderbare Texte zu wunderbaren Bildern, so ganz Maren, herrlich!
herzliche Grüsse
Ulli
Wer weiß, vielleicht reist du eines Tages auch in eine dieser ebenso unwirtlichen wie tief berührenden Seelenlandschaften, liebe Ulli. Ich wünsche es dir sehr.
ich habe es fest vor!
sehr sehr schön. Auch ich trage unvergessliche Bilder in mir von Wüsten. Und von dem nächtlichen Himmel darüber. Liebe Grüße Gerda
Das glaube ich gern, Gerda. Was einen sehr erreicht hat, bleibt, manchmal für immer. Der nächtliche Himmel in der Wüste, schwer von funkelnden Sternen, gehört auch für mich unbedingt dazu.
Ein Genuss und eine Einladung zum Innehalten. Sehr, sehr schön, aber auch herausfordernd im Sinne von in Frage stellend. Danke fürs Teilen. Und das vorletzte Bild – unglaublich. Das wünsche ich dir, dass etwas bleibt davon. LG, Anna
Da hast du Recht, Anna. Es ist beides – und die Wüste vielleicht am geeignetsten für Menschen, die einen unverstellten Blick zu schätzen wissen. Und es bleibt ganz viel, danke dir für deinen schönen Wunsch. Gerade habe ich noch einmal den Stunden nachgehangen, die mit dem vorletzten Bild verbunden sind.
Wunderschön, liebe Maren, sind alleine schon die Wüstenbilder – auch, weil sie so ein starker Kontrast sind zu unserem Schmuddelwinterwetter. Sie sind wirklich zum Träumen – und sind durch die jeweils so unterschiedlichen Formen so beeindruckend und vielfältig Und die Texte passen auch wieder einmal so gut dazu. – Einen guten Start ins neue Jahr, Claudia
Der Kontrast ist wirklich enorm, liebe Claudia. Hin wie her. Und wieder einmal denke ich, wie privilegiert wir doch sind, andere Länder und Kulturen erreisen zu können, in einer anderen Welt über Sand, Kies und Geröll zu spazieren und dabei unsere Seelen umzutauschen. Auch dir ein gutes neues Jahr!