Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie, was man bekommt.
Forrest Gump
Süß oder bitter, knusprig oder butterweich? Ich werde berichten. Bis bald, lasst es euch gut gehen und bleibt mir gewogen!
Ich möchte jemanden einsingen,
bei jemandem sitzen und sein.
Ich möchte dich wiegen und kleinsingen
und begleiten schlafaus und schlafein.
Ich möchte der Einzige sein im Haus,
der wüßte: die Nacht war kalt.
Und möchte horchen herein und hinaus
in dich, in die Welt, in den Wald.
Die Uhren rufen sich schlagend an,
und man sieht der Zeit auf den Grund.
Und unten geht noch ein fremder Mann
und stört einen fremden Hund.
Dahinter wird Stille. Ich habe groß
die Augen auf dich gelegt;
und sie halten dich sanft und lassen dich los,
wenn ein Ding sich im Dunkel bewegt.
Rainer Maria Rilke: Zum Einschlafen zu sagen
Das eigentliche Geheimnis des Vogelflugs
ist in der Wölbung des Vogelflügels zu erblicken.
Otto Lilienthal
„Sie haben noch ein bisschen was vor sich, oder?“ Mit einem Blick auf ihren prall gefüllten Rucksack nahm der ältere Herr neben ihr auf der Bank Platz. Sie lächelte vage und murmelte etwas von Training. Ohne zumindest das kleine Set zum Auswandern ging sie nicht einmal spazieren. Menschen, für die Freiheit ein hohes Gut ist, neigten dazu, hatte sie einmal in einem Seminar über Werte gehört.
„Ich habe immer ein Stück Papier dabei“, sagte der Mann, „zweimal gefaltet, so passt es in die Jackentasche. Darauf schreibe ich die Gedanken, die mir unterwegs kommen. Dann kann ich sie vergessen. Es sind ja nicht nur angenehme Gedanken.“ Sie konnte sich keinen besseren Ort vorstellen, um Gedanken freizulassen, als diese Bank hoch über dem Meer. Besonders jetzt im Herbst.
Man kommt kaum dazwischen mit dem Fotoapparat, so dicht stecken die drei Grazien des Bildhauers Werner-Joachim Schatz auf dem Kornmarkt des Harz-Städtchens Osterode ihre Nasen zusammen. Mund an Ohr an Mund, die Röcke wie ein schützendes Zelt gerafft, tuscheln sie, was das Zeug hält. Nur ein Satz noch, mein Schatz…
Wie beinahe schon distanziert nehmen sich dagegen die „Drei Frauen im Gespräch“ des Bildhauers und Zeichners Ernst Barlach aus.