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In sets of two

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In letzter Zeit neige ich dazu, doppelt zu sehen. Menschen und Stühle zum Beispiel. Naja, vielleicht kein Wunder auf der Liebesinsel im Hamburger Stadtparksee… Aber während  ich gerade überlegte, mit welcher Überschrift ich die kleine Szene oben versehen könnte – „Zu zweit“ gefiel mir spontan – poppten auf einer meiner geliebten Alsterrunden gleich zwei Zwillingskinderwagen wie aus dem Nichts!

P1040875 Nein, nein, ich hatte nicht zu tief ins (Wein-)Glas geschaut… Das waren andere, ebenfalls an der Alster.

P1050209P.S. Diesen Beitrag widme ich N., die gerade stark den Wunsch nach Zweisamkeit verspürt.

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Von Herzen und Fischen

Seit Jahren verschandeln auch in Hamburg Massen von Vorhängeschlössern ganze Brücken in dem untauglichen Bemühen, der Liebe Dauer zu verleihen, indem man sie in Ketten legt. In Paris brach unter der Last der „Liebesschlösser“ (was für ein Wort!) jüngst sogar ein Teil des Geländers auf der Fußgängerbrücke Pont des Arts zusammen. Wie leicht nimmt sich dagegen das Geländer der Brücke über den Isebekkanal am Eppendorfer Baum aus. Fische schweben zwischen schmiedeeisernen Wellenlinien, dass man meint, sie könnten fliegen. Geschaffen hat sie um 1927 herum der Maler und Bildhauer Richard Haizmann.

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Im Auftrag des Hamburger Senats fertigte Haizmann später auch noch eine Brunnenfigur für den Kinderspielplatz an der Humboldtstraße: einen großen bronzenen Wasserspeier, nicht Mensch, nicht Tier, ein sprühendes Fabelwesen, das die Kinder begeisterte, aber die Gemüter nicht nur einiger Stadtväter von Anfang an erregte. 1937 wurde der Wasserspeier schließlich wieder abmontiert, in der NS-Wanderausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt und danach vermutlich eingeschmolzen. Seit 1994 steht eine Rekonstruktion des Werks am Rande des Kinderplanschbeckens im Stadtpark. In diesen Tagen ist es umgeben von Sandbergen und Beton: Der Stadtpark macht sich hübsch für seinen 100. Geburtstag Anfang Juli.

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Die Fische an der Eppendorfer Brücke wurden übrigens vor ein paar Jahren von Hamburger Schulkindern bemalt. Auch wenn der Lack inzwischen schon ein bisschen ab ist: Mir gefällt’s, gerade auch eingedenk der Geschichte von Haizmanns Wasserspeier.

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Spaziergang im Park

P1030022Noch verhüllt die Brunnen-Schöne im Steingarten nicht nur ihr Antlitz.

P1020991Noch liegen die Robben am Planschbecken auf dem Trockenen.

P1020967Der Brunnen am Planetarium verspricht schon jetzt den Himmel auf Erden

P1020997und der See neben dem Biergarten die beste Rutsche ins Blaue.

P1020992Müllcontainer sehen aus wie Kunstwerke,

P1020995und den Anhänger vom Fußball-Feriencamp schieben wir notfalls nach Fürth.

P1030015In der Natur, da beißt sich nichts.

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Winter-Waisen II

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Still und starr ruht der Stadtparksee. Das Naturbad ist ebenso geschlossen wie der wahrscheinlich schönste Biergarten Hamburgs, jedenfalls der mit dem spektakulärsten Blick auf das Planetarium bei Sonnenuntergang.

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P1000760Gesperrt ist auch der Zugang zur „Liebesinsel“, einem meiner liebsten Freiluft-Leseorte. Um draußen zu schmökern ist die frische Luft allerdings ohnehin ein bisschen frisch.

Nur einem steinernen Hund ist es  gelungen, sich durch das Gitter zu zwängen. Wie hat er es bloß geschafft sich selbst anzuleinen?

 

 

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Möwe, ungerührt

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Mir ist natürlich bewusst, dass ein Sonnenuntergang kein Mondschein ist und eine Möwe nur begrenzt mit einem Pferd vergleichbar. Dennoch musste ich beim Anblick des vorübergehend belebten Denkmals am Hamburger Stadtpark-See an ein japanisches Haiku denken, in dem Mond und Pferd tragende Rollen spielen. Den genauen Wortlaut kriege ich nicht mehr zusammen, aber es endete in etwa so: Ich schaute verzückt in den Mond. Mein Pferd fraß unterdessen Gras. Am See nun zeigte sich eine Möwe gänzlich unbeeindruckt vom Naturschauspiel um sie herum. Dass das Denkmal halb Mensch (oben), halb Pferd (unten) ist, sei der Vollständigkeit halber erwähnt, spielt hier aber keine Rolle. Ich habe deshalb auch nur die obere Hälfte fotografiert.