So viele Arten gibt es, Moin! zu sagen. Kurz und entschieden grüßt der Hamburger: Moin!
Zweisilbig, leicht singend begegnen sich die Menschen an der Flensburger Förde: Mo-oin! Zwischen den Silben vergeht eine kleine Ewigkeit, die von großer Gelassenheit spricht. Wo du so gegrüßt wirst – und es grüßt wirklich fast jeder –, da lass dich nieder.
Auch jenseits der Grenze, im südlichen Dänemark, sagt man: Mojn! Nach der Abtretung Nordschleswigs 1920 an Dänemark, lese ich bei Wikipedia nach, wurde im Land ein Mojn-Verbot gefordert; noch in den 1960er Jahren hieß es dort im süddänischen Dialekt „Mojn er forbojn“ („Moin ist verboten“).
Gelegentlich ist der Ganztagsgruß hier im Norden auch doppelt zu hören: Moin Moin! Bei so viel Geschwätzigkeit denke ich automatisch an den Witz von den beiden Anglern. Der eine brachte einen Bekannten mit, der zur Begrüßung freundlich Moin! sagte. Zum Abschied, am Ende eines langen stillen Tages, sagte der andere Angler zu seinem Kumpel: „Den Sabbelbüdel bruks nich wedder mitbringen.“ („Den Schwätzer brauchst du nicht wieder mitzubringen.“)
So viele Arten gibt es, Moin! zu sagen. So viele, ein Schloss zu sehen. An einem eisblauen Sonnentag in Glücksburg. „Hoffentlich war das nicht schon unser Sommer“, sagt mit norddeutschem Humor die Hotelbetreiberin.


Moin! Und danke für die wunderschönen Eindrücke vom Glücksburger Schloss.
Es war, es ist mir ein Vergnügen, Andrea.
Seufz … nun hab ich wieder Sehnsucht nach dem Nordland und ihren Menschen, moin…
Also, ich wüsste ja Abhilfe, Ulli… 😉
Eine schöne Studie!
Vielen Dank, Holger!
Ein Kleinod, dieses Schlösschen! So wundervoll präsentiert mit deinen feinen Worten und prächtigen Bildern.
Freut mich, Petra. Ich dank dir schön für dein feines Feedback!
Moin Maren. Nee, unser Sommer war das noch nicht. Nicht im Februar! Aber bei zwei schönen Tagen im Mai kann das schon mal sein. 😉
Da bin ich aber erleichtert, Ulrike! 😉
Liebe Maren,
schön, wie ja eigentlich immer: vereiste Schlossfotos plus Sprachstudie des norddeutschen Begrüßungsrituals samt gesellschaftskritischer Reflexion :-). Und nun zur literarischen Deutung: Bild und Text spiegeln die unterkühlte Art des Zwischenmenschlichen, sind sich gegenseitig ein Referenzraum und betonen so in vielschichtiger Form Gesagtes und Gezeigtes.
Viele augenzwinkernde Grüße, Claudia
Köstlich, deine Rezi, liebe Claudia! Mir war bis eben gar nicht klar, welche Tiefe dem Text und den Bildern innewohnt. 😉 Herzlichen Dank und sehr vergnügte Grüße aus dem gar nicht unterkühlten Norden!
Alte Germanistenweisheit: Form und Inhalt sollten immer zueinander passen. So war es ja!
Viele heute wieder einmal eiskalte und auch sonnige Grüße aus dem Bergischen Land, Claudia
Wieder sehr besonders…und „zentriert“. 🙂
Wenn du das sagst… 🙂 Danke!
Moin! Der Spruch mit dem Sommer ist gut.
Lachend
Christiane
Ich musste auch herzlich lachen, Christiane.
Das kommt davon, wenn man von hinten nach vorn liest. In der richtigen Reihenfolge hätte ich Glücksburg natürlich erkannt. 🙂
Hahaha. Ist es nicht toll, wie viel Neues man auch in und an Bekanntem immer wieder entdecken kann?