Noch lag ein Rest Tageswärme in dem milchigen Licht über dem Moor. Eng schmiegten sich die beiden Körper aneinander. Kopf an Kopf, die langen Leiber ineinander verwoben wie ein Mädchenzopf, verharrten sie für einen Augenblick im trockenen Gras.
Ein Ruck, die Köpfe schnellten auseinander, die Oberkörper richteten sich auf, bogen sich geschmeidig weit zurück, während sich die unteren Körperhälften in Windeseile voneinander lösten und gleich darauf in neuer Form abermals kraftvoll umschlangen.
Wie zwei Synchronschwimmer tauchten Köpfe und Hälse aus dem Gras auf, und schon begann das Spiel von neuem: Verknäueln, drücken und pressen, kurz innehalten, hochschnellen…
Was wie ein ritualisierter Liebestanz anmutete, ist in Wahrheit eine Art Freistil-Ringkampf zwischen rivalisierenden männlichen Kreuzottern. Ähnlich wie die Konkurrenzkämpfe männlicher Rothirsche während der Brunftzeit folgt auch das Ringen der Schlangen festen Regeln. Nicht um Vernichtung geht es, sondern um die Festlegung einer Rangordnung.
Keinen Blick für das faszinierende Schauspiel hatten die jungen „Evas“ auf ihrem Weg ins nahe Feriendorf. Verzückt und gleichzeitig kichernd (so unglaublich gleichzeitig, wie das vielleicht nur mit 15 möglich ist) schauten sie lieber in die untergehende Sonne.
Glück gehabt, ein seltenes Schauspiel aus nächster Nähe sehen zu können.
Vielen Dank für die Präsentation und schöne Grüsse aus dem Bembelland
Gern. Es ist ja auch so, dass das Glück, wenn geteilt, sich vergrößert.
Vielen Dank für die schönen Fotos – das erste erinnert mich an meinen Urlaub auf Amrum, dort gab es auch immer so schöne Holzwege, auf denen man entlang spazieren konnte.
Holzsteg-Spaziergänge mag ich auch richtig gern – noch ein Grund mehr, endlich mal auf Amrum Urlaub zu machen!
Liebe Maren,
wie schön Du das beschreibst, an den Pforten zum Paradies. Dumm nur, dass ich gerade am PC saß, einen Apfel essend 🙂 Nein, im Ernst – schöne Worte und wunderbare Bilder!
Ha, das hätte ich mir ja denken können, dass jemand einen Apfelschnitz in das paradiesische Getriebe wirft… 😉 Freut mich, dass dir der Ausflug ins Moor gefallen hat.
Wunderschön beschrieben, dieses faszinierende Schauspiel…
Vielen Dank, die Schlangen waren aber auch inspirierend.
Schöne Schlangen, welchen Rang hast Du erreicht beim Körperschmieden…
Oh, ich war nur die, die dem Tanz zu folgen suchte…
Wunderbar. Ich habe noch nie eine Kreuzotter gesehen, immer nur die huschigen Ringelnattern.
Ich konnte mein Glück auch kaum fassen, Holger. Die zwei waren richtige Prachtexemplare – und so groß…
Klasse. Ist das zufällig im Pieztmoor?
Das hast du gut erkannt, Stefanie. Für mich gehört das Pietzmoor zu den schönsten Orten in Norddeutschland. Zu jeder Jahreszeit.
Ich finde es auch traumhaft. (War aber erst einmal dort; kenne also auch nur eine Jahreszeit.)
Wunderbare Fotos mit so schönem Text, die jungen Evas können die Schönheit der Natur freilich noch nicht ermessen und kichern lieber einvernehmlich auf der Bank. Doch auch ich gebe zu, dass ich mir die formvollendet schönen Tiere im Gras lieber auf deinen exklusiven Fotos ansehe als in natura…
Herzliche Grüße sendet
Marlis
Vielen Dank für deine Zeilen, liebe Marlis. Für deine Zurückhaltung den Schlangen gegenüber habe ich vollstes Verständnis. Ich war auch sehr froh um die etwas erhöhten Holzplanken unter meinen Füßen, ohne die ich sicher rasch den Rückzug angetreten hätte. Die beiden Schönen waren allerdings total aufeinander fixiert und nahmen keinerlei Notiz von der Umgebung im übrigen – zu meinem Glück auch nicht von den giggelnden Evas. 😉
Klasse Fotos. Wolfgang
Danke für die Blumen!
Die Jung-Evas und der Sonnenuntergang sind sehr schön komponiert 🙂
Die vier Süßen hatten eindeutig Talent, sich in Szene zu setzen. Ich brauchte nur noch den richtigen Blickwinkel zu wählen. 😉