„In der Zeitung stand die Nachricht: Haus in die Luft geflogen. Die Leute liefen an der Stelle zusammen. Tatsächlich: in der Häuserreihe war eine Lücke.
Wo ist es hingeflogen, fragten die Leute. Durften alle Bewohner mitfliegen? Fliegt es jetzt um die Erde? Hat der Portier gewinkt? Wird es wieder zurückkommen? Haben sie genug Proviant mitgenommen? Wird man reisekrank dabei? Sind die anderen Häuser neidisch? War es ein besonderes Haus? Oder können alle Häuser in die Luft fliegen?
Fragen über Fragen!“
aus: Jürgen Spohn. Ach so. Ganzkurzgeschichten und Wünschelbilder. München 1982
Jürgen Spohn (1934-1992) war ein Grafiker, der vor allem als Kinderbuchautor und -illustrator bekannt geworden ist. Seine Ganzkurzgeschichten und Wünschelbilder schenkte mir gleich nach ihrem Erscheinen ein befreundeter Buchhändler. Der Einband ist schon ganz abgeliebt und grisselig, so oft habe ich das Buch in den vergangenen Jahrzehnten in die Hand genommen. „Spohn ist ein Moralist wie Erich Kästner … Der Leser spürt, dass da nicht ein Besserwisser am Werke ist, sondern jemand, der das Lesen und die Umwelt und die Mitmenschen liebt und gerade deshalb auf bestimmten Ansprüchen bestehen muss.“ 1981 erhielt Jürgen Spohn den Deutschen Jugendliteraturpreis für das beste Kinderbuch: Drunter & Drüber. Verse zum Vorsagen, Nachsagen, Weitersagen. Der Vergleich mit Erich Kästner stammt aus der Begründung der Jury.
Fragen über Fragen…. Und ein wunderschönes Foto!!!!
Ganz liebe Grüße,
Marlis
In die Antworten wachsen wir – mit Rilke – dann schon hinein… Danke, Marlis, und einen herzlichen Gruß zurück!
Super! Gruß Alois
Freut mich sehr, Alois – danke!
Schon herrlich, in welchem Zusammenhang einem Passagen geliebter Bücher wieder in den Kopf kommen: Man besieht ein Haus und hat gleich die Zeilen im Kopf… Die Hausfassade wirkt übrigens ganz wie aus Luft gemacht (und die natürlichen Farb- und Formeffekte sind großartig!) 🙂
P.S. Da hast Du einfach mal die Tanzenden Türme zu den Fliegenden Bauten gemacht!
Haha, auf die Assoziation war ich noch gar nicht gekommen. 🙂 Luftarchitektur macht’s möglich…
Makaberes Bonmot… Bin unsicher, ob Betroffene darüber schmunzeln können, von ihrer Wolke herab…
Danke für deine Bedenken, Stefan. Ich glaube allerdings nicht, dass es hier darum geht, ein tragisches Schicksal nicht ernst zu nehmen sondern darum, wie Kinder einen Satz verstehen. Ich kann mich noch gut an meine Irritation erinnern, als meine Großmutter mir als kleines Kind erzählte, dass mein Großvater im Krieg gefallen sei – und an Großmutters Irritation, als ich sie fragte, warum er denn nicht wieder aufgestanden sei.
Vor allem das zweite Bild ist wunderschön… – toll gesehen!
Vielen Dank! Ich mochte, wie sich die blauen Kreise der Fassade in dem gespiegelten Gebäude praktisch ein zweites Mal spiegelten und ihm so Tiefe verliehen.
Nee, leider… auch bei näherem Hinschauen entgeht mir diese Feinheit… Ich liebe den Kontrast des Baumes zum Gebäude – farblich und auch von der Struktur her. Das ist toll!
Ob mehr links oder mehr rechts: Auf jeden Fall schön, dass dir das Bild gefällt! 🙂
Den Namen merk ich mir.
Ich glaube, den Jürgen Spohn gibt es nur noch antiquarisch. Lass dich finden! 😉
Da hast Du Recht. Es gibt noch einige Titel bei Amazon. Vielleicht werde ich davon zwei mir bestellen. Vorher werde ich aber es noch in Antiquariaten versuchen. Die sind zwar meistens etwas teurer aber es macht mehr Spaß.
Zu finden bin ganz leicht. Da reicht schon oft eine E-Mail an die Adresse im Impressum, z. Beispiel.
Viele liebe Grüße, mick.
Lieber Mick, ich hatte vor allem die Bücher im Sinn, die dich finden, wenn es gerade passt. Das kann ja auch in einem netten Antiquariat sein. Herzliche Grüße!
Liebe Maren, dieses wunderschöne Haus voller zufriedener Leute ist soeben über meinen Garten geflogen! Danke herzlichst für diese Gedanken.:)
Oh, ich vermute, sie haben gewinkt? Liebe Grüße und einen schönen Sonntag!
Ja, klar! Buon tutto e cari saluti. Martina