Ich habe den alten Mann nie kennengelernt. Er ist auch schon lange tot. Vor ein paar Tagen war ich in dem Haus, das auch sein Haus war und in dem jetzt niemand mehr wohnt. Das Haus ist irgendein 50er-Jahre-Reihenhaus. Bis auf den Keller. Der Keller war das Reich des alten Mannes. Er ist es bis heute.






Urban Exploration im Privaten sozusagen. Schöne Idee.
Dankeschön! Ich musste erst einmal nachsehen, was sich hinter dem Begriff „Urban Exploration“ alles verbirgt. 😉
Schön gesagt!
Das Reich des alten Mannes…solche Keller kenne ich auch, da ziehen sie sich zurück, da werkeln-meditieren sie. Und den hinterlassen sie in ihrer ganz eigenen Ordnung. Was für ein schön-melancholischer Beitrag, liebe Maren!
Werkeln-Meditieren in eigener Ordnung: Da stellen sich Rhythmus und Ruhe doch wie von selbst ein. 🙂 Liebe Grüße!
Oha! Der war noch vom alten Schlag, wo wirklich alles seine Ordnung haben musste! 🙂
Das dachte ich auch einen Moment lang. Aber mit jeder Minute mehr in diesem Keller entdeckte ich auch immer mehr Schönheit und Liebe in dieser Ordnung.
Das gefällt mir sehr, dass du das dokumentiert hast! Es hört sich so dahingesagt an – aber es ist ja doch tatsächlich ein „ganzes Leben“, das darin steckt und das nun nicht mehr so ganz „untergehen“ kann. Schön. Irgendwie.
Ja, es ist wunderbar, dass man Bilder „mitnehmen“ kann. Diese sind jetzt (auch) bei der Tochter des alten Mannes.
Beeindruckend, diese Ordnung. Lieben Gruß, Peggy
Mich hat sie auch sehr beeindruckt, Peggy. So einen aufgeräumten Keller hatte ich noch nie gesehen.
Der Freischaffende braucht Ordnung in seinem freien Spiel. Diese Ordnung spiegelt in deinen Bildern auch eine Kreativität, von der ich vermute, dass sie der alte Mann besaß. Berührend.
Liebe Grüße
Achim
Als ich eine Weile vor dem Brett mit den Werkzeugen stand, dachte ich, das könnte ich mir ohne Weiteres an Stelle eines Gemäldes an der Wand vorstellen. Auch Gartengeräte kann man ja so oder so aufhängen. Ja, ich vermute auch, dass der alte Mann Kreativität besaß. Danke für deinen Kommentar und liebe Grüße zurück!
I beg to differ, Ramblingbrother. 🙂 Die Freischaffende braucht kreatives Chaos! Oder gilt das etwa nur für Schreibtischtäterinnen?
Braucht der kreativ Tätige Ordnung oder Chaos um sich herum? Eine Streitfrage, die wohl so alt ist wie die Menschheit. Ich selbst bevorzuge die Ordnung, sogar eine gewisse räumliche Leere und dazu einen möglichst weiten Blick nach draußen.
Er (sie) braucht die Ordnung, damit er sie in Chaos verwandeln kann. Das ist dann jedes Mal ein Urknall.
🙂
Das scheinbar Paradoxe am Chaos ist das ihm zugrundeliegende höhere Ordnungsprinzip, welches jedoch, das ist zu konzedieren, nicht immer bekannt ist 🙂 Bei nahezu identischen Ausgangsbedingungen, deren Ordnungscharakter nicht von der Hand zu weisen ist, kann es zu nicht vorhersagbaren systemischen Verhaltensformen kommen. Chaos und Ordnung sind insofern auch im Bereich kreativer Schaffensprozesse keine sich unbedingt ausschließenden Aggregatszustände.
Ohne Tohowabohu hätte es keine Schöpfung gegeben. Aber woraus entstand Ersteres? Kennst Du das innewohnende Ordnungsprinzip?
Wer dieses kennen würde, braucht sich beispielsweise auch nicht mehr mit der Theorie des Urknalls abzufinden, die aktuell immer noch plausibelste Erklärung der Entstehung des Universums. Auch wenn es bislang keine beschreibende Theorie gibt für den Zeitraum, der sich über ein mehrfaches der Plankzeit von 5,391·10 hoch minus 44 Sekunden nach dem Urknall erstreckt. Ein paar Geheimnisse darf es meinetwegen noch geben.
Von einem Tohowabohu kann man nicht sprechen. Siehe meinen Kommentar unten, den ich eigentlich direkt als Antwort auf deinen Einlass schreiben wollte. Eigentlich ist die Schöpfung selbst das Tohowabohu und ihre Ausgang oder Ursprung ist eine sog. Singularität mit gegen unendlich gehender Energiedichte. Vielleicht kann man laienhaft hier von einer überdehnten Ordnung sprechen, bevor sie aus den Fugen geriet.
Nachdem ich diesen sehr schönen und nachdenklcih machenden Beitrag gelesen habe, muss ich mich sofort ans Aufräumen machen. Danke für den Tipp!
Danke für den Besuch und viel Spaß beim Aufräumen!