… fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten…“
Rainer Maria Rilke
So ganz hat es mit dem Herbeiwünschen restsommerlicher Temperaturen ja leider nicht geklappt. Aber dafür ließ es der Himmel über Hamburg gestern ordentlich krachen. Dräuende Wolken, Licht- und Schattenspiele und ein Sonnenuntergang vom Feinsten. Ich nehme an, in dem Bürogebäude an der Alster wird zurzeit vor allem in den oberen Etagen gearbeitet. Und ein paar Häuser weiter stehen genau die in Flammen. – Sooo beklagenswert sind auch die Temperaturen übrigens gar nicht: Gerade habe ich bei strahlendem Sonnenschein und Windschatten einen Kaffee auf dem Balkon genossen. Und jetzt wärme ich mich am Schreibtisch wieder auf…
Erst wenige Tage ist es her, da war die Luft so „still, als atmete man kaum“, wie der Dramatiker und Lyriker Friedrich Hebbel in seinem schönen Gedicht „Herbstbild“ schrieb. Die Früchte fielen „raschelnd fern und nah“, einfach weil sie reif waren. Da wurde nichts aufgehalten, nichts beschleunigt. Jetzt zerren die ersten Herbststürme an den Bäumen, dass man sich freut, wenn zumindest keine dicken Äste herunterkrachen. Auch das Apfelbäumchen im Garten meiner Freundin W. wird mittlerweile deutlich kahler aussehen, dafür aber auf einem leuchtenden Teppich stehen. Derart rotwangig sind seine Früchte, dass wohl selbst der Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland schwach würde. Spätestens bei W.s Apfelkuchen, denn der ist einfach unvergleichlich. – Weiß doch jeder, dass man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen soll…
„Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,

dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.“
Der Sommer ist zu Ende. Unverkennbar. Eine letzte Beschwörung will ich noch wagen – mit Bildern von warmen Tagen und ein paar Zeilen aus Rilkes „Herbsttag“.