„Und ich war alleingelassen, am lauen Nachmittag, unbekümmert um meine Kleidung und zufrieden in meiner Haut, unvollkommen und ohne Aussicht auf Vervollkommnung. Da schien mir, Lucille würde sich ewig weiter berufen fühlen, mich zu schubsen, schieben, überreden, als könnte sie mir den mangelnden Willen ersetzen, mich in eine geziemende Form zu pressen und durch die weiten Grenzgebiete in jene andere Welt zu gelangen, von der ich den Eindruck hatte, sie könnte niemals mein Ziel sein. Denn mir schien, dass dort nichts von dem zu finden war, was ich verloren hatte oder verlieren könnte…“
Aus: Marilynne Robinson, Haus ohne Halt
Wie Spitzwegs „Armer Poet“ hockte der Mann unter seinem Schirm am Elbufer. Die bloßen Füße im frühlingskalten Sand, brachte er mit ruhigen Bewegungen Wasser in einer Thermoskanne zum Kochen. In meinem Rucksack trug ich Marilynne Robinsons frühen Roman, im Herzen die verstörend-schöne Stimme der jugendlichen Erzählerin Ruthie. Es gibt so Zufälle…