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Erinnerungen an Hoi An

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An der Japanischen Brücke, einer der wenigen noch erhaltenen überdachten Brücken im Land, halten ein paar Jungs ihre Angeln ins Wasser.

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Eine Frau baut eine mobile Garküche auf, eine andere bietet vom Boot aus Ingwer und Räucherstäbchen zum Verkauf an.

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Nur eine schmale Straße trennt die Altstadt vom Fluss. Hölzerne Fischerboote ankern unmittelbar vor den gelben Häusern, an deren Fassaden regelmäßige Überschwemmungen deutliche Schimmelspuren hinterlassen haben.

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Wir schauen uns in dem nur ein paar Meter breiten, dafür aber um so tieferen „Pfandleiherhaus“ um. Zweimal im Jahr, wenn der Thu Bon River über die Ufer tritt und den Markt und die angrenzenden Straßen meterhoch unter Wasser setzt, tragen seine Bewohner stoisch die schweren alten Holzmöbel in den ersten Stock hinauf.

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Als wir das Gebäude auf der Flussseite verlassen, registriere ich, dass ein Teil der Straße, über die wir noch am Vorabend gebummelt sind, auch jetzt überflutet ist.

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Eine Radfahrerin mit rosa Mundschutz zieht unbeirrt ihre Bahn durch das Nass…

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Nein, Überschwemmungen sind  nichts Ungewöhnliches in der vietnamesischen Hafenstadt Hoi An, die ich vor ein paar Jahren kennen lernte. Aber so schlimm wie in den vergangenen Tagen war es lange nicht mehr. Die Pegel der Flüsse in Zentralvietnam stiegen in Folge sintflutartiger Regenfälle auf ungeahnte Höhen. Mehr als zwei Dutzend Menschen kamen ums Leben, Zehntausende wurden evakuiert, 100.000 Häuser stehen unter Wasser. Ich bin sehr froh, dass das Hochwasser mittlerweile zurückgeht, wenn auch langsam.

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Die Kinder vom Chimborazo

IMG_5893IMG_5740IMG_5752Stolz crosst der Junge mit seinem Bike über den vom Dauerregen der vergangenen Tage aufgeweichten Grund. Er stoppt, posiert für die Fotografin.  Ein paar Schritte weiter stopft ein kleiner Macho mit Cowboyhut die Bonbons, die ich ihm anbiete, achtlos in die Hosentasche und fordert, ich solle ihm meine Kompaktkamera schenken. Bis zum Ende der kleinen Siedlung heftet er sich wie ein Schatten an meine Fersen. „Dame la camera!“ Oder das Handy. Oder noch besser: beide. Ich bin schließlich reich. Wäre ich sonst in sein Land geflogen gekommen, nur um zwischen all den Vulkanen herumzuwandern? Dem Cotopaxi, der einen Wolkenstriptease hinlegte, der einer Nachtclubtänzerin zur Ehre gereicht hätte, dem ewig aktiven Tungurahua gleich hinter unserer Herberge und jetzt dem höchsten von allen: dem Chimborazo.

IMG_5845Mitten in der Steppe warten ein paar Mädchen mit ihren Müttern und Tanten geduldig darauf, uns selbst gehäkelte Täschchen zu verkaufen. Und Cristian, dessen Augen schon so viel gesehen zu haben scheinen, dass man darin versinken könnte… – Mehr als zwei Jahre sind seit diesen Begegnungen vergangen. Endlich habe ich es geschafft, die alten Bilder zu sortieren. Das Hamburger Schmuddelwetter hat auch sein Gutes, man glaubt es kaum. Sich zu erinnern, dass es auch andernorts gelegentlich viel zu nass ist für die Jahreszeit, ist sogar irgendwie tröstlich.

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Süßes Fernweh

IMG_7189Heute bin ich nur halb in Hamburg. Die andere Hälfte traumwandel(r)t durch eine grandiose Vulkanlandschaft am anderen Ende der Welt. Im Tongariro Nationalpark im Zentrum der neuseeländischen Nordinsel, um genau zu sein. Mount Ngauruhoe, der Schicksalsberg aus Peter Jacksons Trilogie „Der Herr der Ringe“, ruft – seit ich gelesen habe, dass der Tongariro Crossing vor ein paar Tagen wieder komplett geöffnet wurde. Die knapp 20 Kilometer lange Bergtour wird zu den schönsten Tageswanderungen der Welt gezählt. Die beliebteste in Neuseeland ist sie allemal: Mehr als 70.000 Wanderer zieht es jedes Jahr auf den Track, dessen nördlicher Teil nach Ausbrüchen am Te Maari Krater des Mount Tongariro im August und November 2012 geschlossen werden musste. Inzwischen hat sich die vulkanische Aktivität beruhigt. Wissenschaftler bestätigten, dass das Gebiet wieder sicher sei. So sicher, wie Vulkane eben sein können.IMG_7219

Ich habe den Tongariro Crossing im Februar 2011 gemacht, zwischen Interview und Interview für ein Buchprojekt über deutsche Auswanderer in Neuseeland, weil endlich einmal das Wetter stimmte, als ich in die Gegend kam. Bin sieben Stunden praktisch ununterbrochen gewandert, oft gekraxelt, manchmal über Geröll gerutscht, habe mich einmal sogar gepflegt auf die Nase gelegt, als die Kräfte nachließen. Ja, die Tour war anspruchsvoll, aber auch zum Weinen schön. Ich habe gigantische Mondlandschaften-Krater durchmessen, mit Schaudern in den Schlund des aktiven Red Crater geblickt und auf die smaragdgrünen Emerald Lakes mit ihren schwefeligen Ufern. Und dazwischen immer wieder freie Sicht auf den Schicksalsberg genossen.