
Kommt gesund und munter ins neue Jahr!

Kommt gesund und munter ins neue Jahr!

Ein paar Kinder blenden vor dem Eingang zur Ausstellung „Isa Mona Lisa“ in der Hamburger Kunsthalle die Außenwelt aus.

Die 1952 in Korea geborene Künstlerin Hyon-Sook Song „versteht den Akt des Malens als physisch-performatives Ereignis, das in einem Zustand völliger Konzentration und Meditation stattfindet“. Sie beschränkt sich auf wenige exakt ausgeführte Pinselstriche. In dem hier abgebildeten Werk sind es genau sieben. Man sieht jeden einzelnen und sieht zugleich das knorrige Holz durch den filigranen Stoff…
Ich beschränke mich heute auf dieses eine Werk, das mich gestern am stärksten von allen berührt hat. Natürlich bietet die Ausstellung noch viel mehr sehenswerte zeitgenössische Kunst. Bis zum 18. Oktober 2026.

Woher?
Vom Meer.

Wohin?
Zum Sinn.

Wozu?
Zur Ruh.

Warum?
Bin stumm.

Klabund (1890 – 1928)
An einem neblig-sonnigen Herbsttag am Strand von Lübeck-Travemünde.

Dekorativ.
(Es kann wunderschön sein, im Glashaus zu sitzen.)

Verspielt.
(Ja, die virtuellen Pflanzen antworten.)

Nachdenklich.
(Von politischen Botschaften und wiedergewonnener Würde.)

Lebensprall.
(Eine Arbeit für einen, der Vater und Mutter erschlagen hat, hätte meine Großmutter gesagt.)
Und eine Menge mehr.
Appetizer von der neuen Ausstellung im Bucerius Kunst Forum am Hamburger Rathaus.
Flowers Forever. Bis zum 19. Januar 2025.

Buchstaben sind praktische und nützliche Zeichen, aber ebenso reine Form und innere Melodie.
Wassily Kandinsky

I have done nothing all summer but wait for myself to be myself again.
Georgia O`Keeffe


Jeder Mensch hat idealerweise einen Ort, an den er immer wieder zurückkehrt. An dem er sich wohlfühlt und zur Ruhe kommt. In Schweden nennt man einen solchen Ort Smultronställe. Smultron sind Walderdbeeren. Eine Smultronställe ist also eigentlich ein Ort, an dem Walderdbeeren wachsen. In Wirklichkeit ist sie aber viel mehr. Auch ein gepflasterter Marktplatz kann so eine Walderdbeerenstelle sein, wenn auch manchmal nur vorübergehend.

Dafür braucht es einige Hochbeete, gerne auch welche mit Erdbeeren zum Naschen, das muss aber nicht sein. Dazu Sitzgelegenheiten und ein kleiner Spielplatz, damit Menschen dort gern verweilen.

Steckt man dann noch Zauberworte in verschiedenen Sprachen in die Beete, bekommen die Menschen Lust, herumzustreifen und Neues zu entdecken. Manch einer freut sich vielleicht still, eine andere teilt ihre Begeisterung mit eben noch Fremden. Eine Smultronställe muss nicht einsam sein.







Der Übergangsgarten auf dem Koberg, dem zweitgrößten Marktplatz in der Lübecker Altstadt, ist noch bis zum 6. Oktober geöffnet. Er ist Teil des Stadtentwicklungsprojekts „Übergangsweise“. Der Name soll dabei nicht nur für das Vorübergehende stehen, sondern auch den Prozess zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung verdeutlichen. Das Projekt wird mit Mitteln des Bundesprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ gefördert.

P.S. „Keyif“ ist türkisch und bedeutet: still und glücklich in sich ruhen, den Moment genießen.

Ich war auch mal einige Zeit Buchhändler, gab das aber auf, weil die Kunden mich immer beim Lesen störten.
Mark Twain

Die Frage ist nicht, auf was du schaust, sondern was du siehst.
Henry David Thoreau (1817 – 1862)
Ich denke, der Naturphilosoph Thoreau hätte nichts dagegen, dass ich mir seinen schönen Satz über die Wahrnehmung ausleihe, während ich vor dem Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen stehe und für einen Moment all die Inspiration spüre, die ich dort so viele Male erlebte, und mich schon vorfreue auf künftiges Augenfutter, wenn die Baustelle endlich keine Baustelle mehr ist.

…Meine Seele spürt,
daß wir am Tore tasten.
Und sie fragt dich im Rasten:
Hast Du mich hergeführt?
Und du lächelst darauf
so herrlich und heiter
und: bald wandern wir weiter:
Tore gehn auf…
Rainer Maria Rilke: Einmal am Rande des Hains (Auszug)
