Bist du schon auf der Sonne gewesen?
Nein? – Dann brich dir aus einem Besen
Ein kleines Stück Spazierstock heraus
Und schleiche dich heimlich aus dem Haus
Und wandere langsam in aller Ruh
Immer direkt auf die Sonne zu.
So lange, bis es ganz dunkel geworden.
Dann öffne leise dein Taschenmesser,
Damit dich keine Mörder ermorden.
Und wenn du die Sonne nicht mehr erreichst,
Dann ist es fürs erstemal schon besser,
Daß du dich wieder nach Hause schleichst.
Joachim Ringelnatz: Bist du schon auf der Sonne gewesen?
Schön 🙂
Nicht wahr?
Der Mythos des Sysiphos? 🙂
Getreu Camus‘ Forderung: „Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“? – Ach nee, viel zu viel Kampf! Der Weg zur Sonne kann ja immer wieder beschritten werden, auch mal nur als Abendspaziergang. 😉
ein ringelnatz-gedicht, das ich bislang nicht kannte. und ein grandioser himmel. danke fürs teilen. liebe grüße zu dir (in der/an der sonne?)
Weder in noch an – als ich gestern ausgiebig in den Himmel geschaut, das Gedicht nachgelesen, den Spazierstock geschnitzt und das Messer bereit gelegt hatte, war es schon ganz dunkel geworden. 😉
Wenn hier eine ein Ringelnatz Gedicht verwenden darf, dann Du.
Liebhaberin grüßt Liebhaberin!
Kongenial – sagt man das so?! Herzliche Grüße aus Bremen, wo es heute auch einen tollen Abendhimmel gab …
Wie auch immer, liebe Jutta: Ich freue mich, dass dir das Duo gefällt – und über dein Lebenszeichen.