Ich möchte jemanden einsingen,
bei jemandem sitzen und sein.
Ich möchte dich wiegen und kleinsingen
und begleiten schlafaus und schlafein.
Ich möchte der Einzige sein im Haus,
der wüßte: die Nacht war kalt.
Und möchte horchen herein und hinaus
in dich, in die Welt, in den Wald.
Die Uhren rufen sich schlagend an,
und man sieht der Zeit auf den Grund.
Und unten geht noch ein fremder Mann
und stört einen fremden Hund.
Dahinter wird Stille. Ich habe groß
die Augen auf dich gelegt;
und sie halten dich sanft und lassen dich los,
wenn ein Ding sich im Dunkel bewegt.
Rainer Maria Rilke: Zum Einschlafen zu sagen

Ach, danke Maren…Eins meiner liebsten. Und dazu das schöne Bild.
Liebe Birgit, ich hatte das Bedürfnis, mich für Selma Meerbaum-Eisingers “Träume” zu “revanchieren” – eins meiner liebsten. Irgendetwas muss man diesem Herbst einfach entgegensetzen. Einen schönen Sonntag dir!
Liebe Maren,
so etwas ahnte ich beinahe – wie schön, die Blogübergreifende Korrespondenz, um nicht zu sagen: Traumhaft. Aus dem öd-grauen Augsburg grüßt Dich Birgit und wünscht ebenso einen schönen, gemütlichen Sonntag (ich hoffe, ihr habt schönere Farben bei Euch heute…)
Ach, ist das schön. Rilke sowieso. Aber ich meine das Bild. Wunderbare Komposition.
Liebe Grüße
Christiane
Dank dir schön, Christiane – und einen lieben Gruß zurück!
Liebe Maren,
ich schaue nun mal mehr aufs Bild als aufs Gedicht. Und das Bild lässt mich beim Betrachten förmlich diesen ganz besonderen Herbstduft riechen, dieses Feuchte, Erdige, Kühle. Und dann die wunderbaren Farben der Blätter, die auch ohne Sonne ganz besonders strahlen.
Gute Nacht, Claudia
Man merkt, auch du bist viel und gern in der Natur unterwegs, liebe Claudia. Ja, genau so riecht der Herbst an einem nieselig-nebligen Tag. Über die Kraft der Farben inmitten all der Watte staune ich immer wieder. So schön, einfach immer weiter zu gehen… Komm gut in die neue Woche!
Ein wunderschönes, ausdrucksstarkes Bild. Und Rilke….auch er immer wieder schön.
Herzlichen Dank für deinen Besuch und dein schönes Feedback, Mitzi! Ich habe mich über beides sehr gefreut.
„Dahinter wird Stille.“ Das hat Rilke wieder einmal großartig gesagt. Allein diese drei Worte sind schon ein Gedicht. Und schön verbildlicht von dir.
Ach toll, dass dir auch gerade diese drei Worte gefallen! 🙂
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