Man kommt kaum dazwischen mit dem Fotoapparat, so dicht stecken die drei Grazien des Bildhauers Werner-Joachim Schatz auf dem Kornmarkt des Harz-Städtchens Osterode ihre Nasen zusammen. Mund an Ohr an Mund, die Röcke wie ein schützendes Zelt gerafft, tuscheln sie, was das Zeug hält. Nur ein Satz noch, mein Schatz…
Wie beinahe schon distanziert nehmen sich dagegen die „Drei Frauen im Gespräch“ des Bildhauers und Zeichners Ernst Barlach aus.
Tolle und so aussagekräftige Gegenüberstellung – in so vielem! Vielen Dank, auch für das andere 😉
Sehr gern, liebe Jutta – beides. 🙂 Freut mich, dass die Damen-„Kränzchen“ zu dir sprechen.
da liegen natürlich Welten dazwische, zwischen Ernst Barlach und Herrn Schatz- ich mag den Humor sehr und erfreue mich am Kugelrunden 🙂
So findet denn jedes Gespräch neben der inneren auch seine äußere Form, liebe Ulli. Über die drei Schwätzerinnen musste ich auch sehr lachen.
das hast du jetzt aber schön gesagt 🙂
Danke!
Spitze…das kugelrunde Kunstwerk und Deine Interpretation! Das sind die Damen, die mein Lieblingscafé immer Dienstag nachmittag überfallen, wenn es dort Kuchen-Flatrate gibt 🙂
Bei der Kuchen-Flatrate in deinem Lieblingscafé wäre ich gern einmal dabei, liebe Birgit. Allerdings eher als Beobachterin. „All you can eat“-Angebote führen bei mir praktisch zu sofortiger Sättigung. 🙂
Oh ja, vor allem wenn es um Sahnetörtchen und Sacherkuchen etc. geht – die Schlacht am Kuchenbuffett ist wirklich nur als Beobachterin zu ertragen 🙂
Und die Frisuren erst einmal! Meine Oma hatte solch eine Hochsteckfrisur aus meterlangen Haaren, das ist schon lange her. Kugeln die Damen nach vorne eigentlich ähnlich wie nach hinten? Wenn sie immer in Birgit Lieblingscafé zur Kuchen-Flatrate auftauchen, ist das ja zu erwarten. Wunderbar, die tratschenden Damen.
Viele Grüße, Claudia
Liebe Claudia, diese Hochsteckfrisuren hatten es wahrlich in sich. Meiner Oma gingen die offenen Haare auch bis zum Allerwertesten. Allerdings war das ein äußerst seltener, vielleicht zu intimer Anblick. Auf die Bäuche der drei Damen habe ich gar nicht so geachtet. Ich war zu sehr damit beschäftigt zu erfahren, worüber sie tratschten. 😉
Ich hoffe, Du hast ein paar ihrer giftigen Bemerkungen in Erfahrung bringen können…:-)
Es waren nur Fetzen. „…die Meier…“ „Und der Mann von der Schulze erst…“ 😉
Wie charmant! So kenne ich sie auch aus meinem Heimatdörfchen. 😀
Das muss in den alten Zeiten gewesen sein, liebe Peggy, als die Großmütter noch wie Großmütter aussahen… 😉
Ja, in meiner Kindheit auf dem Dorfe sahen die Großmütter tatsächlich noch so aus. Vielleicht liegt das daran, dass die Uckermark der Zeit schon immer ein bisschen hinterher gehinkt ist. Irgendjemand sagte mal, wenn die Welt untergehen sollte, erfährt man das in der Uckermark erst 50 Jahre später. 😀
So lebt es sich denn als UckermärkerIn nicht nur mutmaßlich geruhsamer sondern auch erfreulich viel länger als andernorts… herrlich!
Seltsam,in Skulpturen und Bildern liebt man die Kugelrunden.Auf der Stasse wird sich nach einem umgedreht,getuschelt und über die mangelnde Selbstbeherrschung hergezogen. Die Modebranche übersieht uns einfach,obwohl wir eigentlich nicht zu übersehen sind.Ich bin selbst eine Kugelrunde,finde die Skulptur wunderbar und kann auch über mich lachen.Ich bin eine emsige Leserin Ihres Blogs und so oft begeistert,berührt was sie an Worten und Bildern finden.Herzlich Brigitte
Liebe Brigitte, herzlichen Dank für Ihren Kommentar! Ich vermute, auch das Rundsein hat viel mit (innerer) Haltung zu tun. Auf einer Reise nach Namibia habe ich z.B. sehr viele nach verbreiteten Maßstäben übergewichtige Frauen gesehen, die jedes Kilo mit Stolz oder vielleicht besser: Selbstbewusstsein trugen und (auch deshalb?) einfach schön waren. Ein bisschen so wie die drei Grazien auf dem Marktplatz in Osterode. – Über Ihr Feedback zum Blog habe ich mich sehr gefreut – auch dafür vielen Dank!
mir kommt beim Anblick der Rundungen weniger die Sachertorte in den Sinn. Die Damen sind nicht dick, sondern aufgeplustert oder aufgeblasen, mit einem unerschöpflichen Vorrat an dummem gehässigem Geschwätz bilden sie ein gefährliches Kleinstadt-Trio wie die Parzen. Schnippschnapp schneiden sie den Lebensfaden derjenigen ab, die anders denken als Ihre Wohlanständigkeit …
Eine sehr spannende Interpretation, liebe Gerda. Auf mich wirkten die gerafften Röcke spontan wie ein Schutzschirm, der dem Trio ungestörten Tratsch ermöglichte. Schicksalswinde durch das Ensemble wehen zu spüren – hu, das ist direkt ein bisschen unheimlich!