Und dann habe ich sie mir geschnappt, sagte Herr W. und grinste. Frau W. strich ihrem Mann leicht über den Handrücken. Der Junge aus dem vornehmen Harvestehude. Und das Mädchen aus dem Arbeiterviertel Hammerbrook. Kriegskinder alle beide.
Hand in Hand saßen sie auf der weißen Bank, die Köpfe mit den schwarzen Hüten synchron auf das Gebäude gegenüber gerichtet, den Hackenporsche mit den Einkäufen vor sich im Kies. Ein Bild, so wunderbar aus der Zeit gefallen, dass ich sie einfach ansprechen musste.
Gegenüber, da haben sie gewohnt. Nicht in dem Neubau, sondern in dem kleinen Haus, das früher dort stand. Die erste eigene Bude, unterm Dach juchhe, das Klo auf halber Treppe. Ein Bad hatten sie damals nicht, das gab es erst in der dritten Wohnung, 14 Jahre später.
Ihrem, meinem Stadtteil sind sie treu geblieben. Seit mehr als 55 Jahren.

Ah, einfach wunderbar. Geschichte wunderbar, Aufnahmen mit dieser besonderen Atmosphäre wunderbar. 577 von 100 möglichen Punkten! 😀
Was für ein wunderbarer Kommentar!!! Ich freue mich sehr und sende herzliche Grüße. 🙂
Danke und die allerbesten Grüße zurück!
GRANDIOS! Liebe Maren, das ist der bisherige SPITZENbeitrag unter den vielen tollen Deiner. Und den Ausdruck „Hackenporsche“ kannte ich noch gar nicht. DANKE – so fängt der Tag SUPER an!
WOW! Heute werde ich aber verwöhnt. 1000 Dank und liebe Grüße, Birgit!
P.S. Habe gerade nachgeschaut und festgestellt, dass der Hackenporsche sogar im Duden steht, mit dem Hinweis „Gebrauch: scherzhaft“. Wer hätte das gedacht?
Der Duden überrascht einen doch immer wieder!
Einen schönen Tag Dir wünscht Birgit
Schöne Bilder, alle beide. 🙂 Vom Text ganz zu schweigen.
Und für meine persönliche Neugierde: Wussten die Beiden auf dem ersten Bild, dass du sie fotographierst?
Dankeschön! Ja, sie wussten, dass ich sie fotografiere. Das Bild ist am Ende entstanden, und ich habe die beiden gebeten, nicht mich, sondern das Gebäude gegenüber anzusehen, so wie ich sie im Fast-Vorbeigehen wahrgenommen hatte.
Es sieht wunderbar natürlich aus. 🙂 Schätze, etwas Ähnliches versuche ich bei meinen nächsten Menschen-Fotos auch.
Wie schön, dass du die beiden und ihre Geschichte entdeckt hast und sie in wunderbare Worte kleidest!
Freut mich, dass dir die Geschichte gefällt!
Was für ein schöner Einstieg in den Tag!
Danke! Und ich mach mir einen schönen Abend mit all euren tollen Kommentaren.
Wunderschön. Danke, Maren!
Sehr gern – und ebenfalls herzlichen Dank!
Gefällt mir sehr, sehr gut! Das sind nicht die ersten Bilder von dir, die ich wirklich gerne als Schreibanregung in einer Werkstatt verwenden würde – vielleicht können wir uns gelegentlich mal darüber austauschen, ob es dafür eine Möglichkeit gibt?!
Das freut mich, Jutta! Und wegen des Foto-Themas: Melde dich gern.
Ach, schön …
🙂
Eine liebenswerte Geschichte, und die Fotos: einfach klasse. Lieben Gruß, Peggy
Dankeschön, Peggy, das freut mich sehr!
Vielen Dank, wie schön! Anna
War mir eine Freude!
Wunderbar aus der Zeit gefallen und gleichsam zeitlos. Ein Kleinod das Du feinfühlig eingefangen hast, Maren. Ich mag solche Geschichten und Begegnungen.
Herzliche Grüße in die Nachbarschaft
Stefan
Aus der Zeit gefallen, zeitlos – und ganz gegenwärtig. Danke für deine Zeilen, Stefan und einen herzlichen Gruß zurück!
Allein schon für die Kategorie „Erstomert“ verdienst Du einem Orden. Also verleihe ich Dir hiermit, feierlich und (!) unwiderruflich den Erstomert-Orden, und zwar am Bande. Genau 🙂
Es ist nun das Herumstromern eine mir ganz und gar natürliche Tätigkeit, ja gelegentlich schon beinahe ein Zustand und deshalb recht eigentlich gar nicht auszeichnungswürdig… Aber nehmen tu ich ihn doch, den Orden, häng ihn mir mitsamt Band um den Hals und stromere und schweife fröhlich weiter herum. 🙂
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Und wenns hundertmal aus der Zeit gefallen ist, was zählts gegen die Herzberührung?
Wochenendlichschöne Grüsse vom Schwarzen Berg
Es ist vielleicht das Wesen alles eigen-zeitlich Zeitlosen, dass es Herzen zu berühren vermag. Herzliche Grüße zurück zum Schwarzen Berg!
Ein anregender Gedanke…