Ein Scheich hatte drei Söhne und 17 Kamele. Er verfügte, dass nach seinem Tod der älteste Sohn die Hälfte, der mittlere Sohn ein Drittel und der jüngste Sohn ein Neuntel seines Besitzes, also der Kamele, erhalten sollte. Nach dem Tod des Scheichs begannen die Söhne, um die Kamele zu streiten, ohne jedoch eine Lösung zu finden. Ein zweiter Scheich ritt auf seinem Kamel vorbei und bot seine Hilfe an, die die drei Brüder gerne annahmen. Der Scheich fügte sein eigenes Kamel zu den 17 Kamelen des Verstorbenen hinzu. Anschließend übergab er dem ältesten Bruder neun Kamele, dem mittleren sechs und dem jüngsten zwei und ritt sodann auf seinem Kamel davon.
Es kann hilfreich sein, ein System für Impulse von außen zu öffnen. Plötzlich entsteht Bewegung. Neue Lösungen scheinen möglich. Ich weiß nicht, von wem die Geschichte mit den Kamelen ursprünglich stammt. Der österreichische Psychotherapeut Paul Watzlawick („Anleitung zum Unglücklichsein“) soll sie gern erzählt haben um zu verdeutlichen, was in einer Therapie passiert. Mir ist das Gleichnis vor Jahren im Rahmen meiner Ausbildung zur Mediatorin zum ersten Mal begegnet und jetzt wieder beim Aufräumen. Ein Königreich für ein Kamel!