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Synchronfliegen

Wir haben zu großen Respekt vor dem, / Was menschlich über uns himmelt. / Wir sind zu feig oder sind zu bequem, / Zu schauen, was unter uns wimmelt.

Wir trauen zu wenig dem Nebenuns. / Wir träumen zu wenig im Wachen. / Und könnten so leicht das Leben uns / Einander leichter machen.

Wir dürften viel egoistischer sein / Aus tierisch frommem Gemüte. – / In dem pompösesten Leichenstein / Liegt soviel dauernde Güte.

Ich habe nicht die geringste Lust, / Dies Thema weiter zu breiten. / Wir tragen alle in unsrer Brust / Lösung und Schwierigkeiten.

Joachim Ringelnatz: Wie machen wir uns gegenseitig das Leben leichter?

Der Dichter machte sich „Flugzeuggedanken“, die Fotografin beobachtete Vögel im Synchronballett über der Elbe. Mal zeigten sie den dunklen Rücken, mal den hellen Bauch. M.C. Escher hätte seine (helldunkle und leicht surreale) Freude gehabt. Irgendeiner rief: Schwarmintelligenz! – Gemeinsam sind wir klüger. Oder dümmer?

10 Kommentare zu “Synchronfliegen

  1. „Gemeinsam sind wir klüger. Oder dümmer?“ – mal so, mal so, oderrr 😉
    danke für die Zeilen und deine wunderbaren Bilder!
    Hab eine schöne Woche, liebe Maren, herzliche Grüße, Ulli

    • Stimmt. Bei den mittleren Fotos habe ich Ausschnitte vergrößert und nachgeschärft, um die Strukturen zu betonen – das, was mich spontan an Arbeiten von Escher denken ließ.

  2. Ja, das mit der Schwarmintelligenz ist so eine Sache. Und überhaupt – was heißt denn intelligent? Deine Vogelschwärme erinnern mich an das wunderschöne Buch „Vögel auf Weltreise“. Ich bin immer wieder erstaunt, was diese Tiere können, obwohl wir ihnen weniger Intelligenz zuschreiben als uns selbst. Aber vielleicht zeigt sich darin ja unsere Dummheit 😀 Liebe Grüße, Peggy

    • Sehr interessante Gedanken stellst du da an, liebe Peggy. Ich vermute mal, dass uns Vögel jedenfalls an praktischer Intelligenz überlegen sind. In das Buch „Vögel auf Weltreise“ habe ich eben einen kurzen virtuellen Blick getan. Sieht toll aus – und sehr lehrreich!

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