Das eigentliche Geheimnis des Vogelflugs
ist in der Wölbung des Vogelflügels zu erblicken.
Otto Lilienthal
„Sie haben noch ein bisschen was vor sich, oder?“ Mit einem Blick auf ihren prall gefüllten Rucksack nahm der ältere Herr neben ihr auf der Bank Platz. Sie lächelte vage und murmelte etwas von Training. Ohne zumindest das kleine Set zum Auswandern ging sie nicht einmal spazieren. Menschen, für die Freiheit ein hohes Gut ist, neigten dazu, hatte sie einmal in einem Seminar über Werte gehört.
„Ich habe immer ein Stück Papier dabei“, sagte der Mann, „zweimal gefaltet, so passt es in die Jackentasche. Darauf schreibe ich die Gedanken, die mir unterwegs kommen. Dann kann ich sie vergessen. Es sind ja nicht nur angenehme Gedanken.“ Sie konnte sich keinen besseren Ort vorstellen, um Gedanken freizulassen, als diese Bank hoch über dem Meer. Besonders jetzt im Herbst.
Lilienthals Beobachtung – wunderbar illustriert und nun auch begriffen.
Dabei erinnern Lilienthals Flugapparate ja eher an riesige Fledermäuse. 😉
Toll ! Wieviele Bilder man machen muss um so eines zu bekommen. Oder es gelingt als allererstes, das kommt ja auch vor ….
Hier war es ein Fall von friedlicher Koexistenz, der mir erlaubte, ganz in Ruhe Studien aus unmittelbarer Nähe zu betreiben.
Wenn es nur immer so einfach wäre gewisse Gedanken loszulassen! „Dein“ Vogel zeigt es uns ganz klar. L.G. Martina
Wie wahr, liebe Martina! Ich fürchte, mein Vogel ist da auch erfolgreicher als ich. 😉
Ach, das ist eine schöne Vorstellung: Gerade die beschwerlichen Gedanken einfach wegfliegen lassen
Wer weiß, vielleicht lässt sich auch diese Kunst üben, Birgit. Ich werde jedenfalls einmal ausprobieren, Gedanken aufzuschreiben, nicht um sie festzuhalten, sondern um sie loszulassen.
Mir ist das sehr vertraut und ich glaube, man kann es sich ganz schnell angewöhnen. Wenn ich sie für alle Zeiten loswerden wollte, dann würde ich sie vielleicht auch als Papierboot auf einen Fluss setzen oder einen Bach … Aber oft ist ja schon viel gewonnen, wenn man sie erstmal aus dem Kopf bekommt, um dann später etwas „Vernünftiges“ damit anzufangen 😉 Schöne Grüße!
Je mehr ich darüber nachdenke (sic!), desto mehr glaube ich das auch: Der Gedanke weiß, dass er gehört wurde, kann also loslassen, wenigstens für eine Weile. Das Papierschiffchen finde ich auch eine tolle Idee, Jutta!
Genau so, wie du es beschreibst, erlebe ich es! Und bin dann manchmal ehrlich überrascht, was ich alles mal gedacht/notiert habe … Bin mir nicht sicher, ob ich das mit den Papierschiffchen nicht mal irgendwo gelesen habe … Aber der Gedanke gefällt mir auch sehr. Sehr herzliche Grüße!
Auf dieser Bank möchte ich gerade sitzen und dabei die wunderbare Wölbung einer Möwenfeder betrachten … aber hej, ich bin ja schon da 🙂 dankeee und liebe Grüsse
Ulli
ein wunderbares Foto ist dir da gelungen und den Text mag ich auch …
Juhu, da bin ich! Habe mich mal eben in Gedanken zu dir auf die Bank gebeamt. 🙂
Dank dir schön für deine Zeilen!
🙂
Wunderbar beobachtet, festgehalten und erklärt, Maren. Mir geht das Herz auf bei diesem schönen Post.
Wenn das nicht schön ist, liebe Dina: ein bisschen dazu beitragen zu können, dass dir das Herz aufgeht!
😍👍🏻😍
Liebe Maren, was für ein schöner Beitrag, ein wundervolles Foto und kluge Worte! Diese bildliche Vorstellung von Festhalten und Davonfliegenlassen – so schön!
ich grüße dich ganz herzlich und wünsche dir einen schönen Abend,
Marlis
Liebe Marlis, gerade geht mir durch den Kopf, wie ähnlich sich doch Menschen und Gedanken sind: Beide wollen gesehen werden und beiden bekommt eine gewisse Leichtigkeit im Umgang. Theoretisch gar nicht so schwierig… 😉 Über deine Zeilen habe ich mich sehr gefreut und sende herzliche Abendgrüße zurück zu dir.